
Körpern
texturen, Band 8
Sophie Käppele, Johanna Kirschbauer, Leonie Claire Recksiek, Maria Camila Ruiz Lora, Jana Schütt, Viktar Vasileuski (Hrsg.)
ISBN 978-3-8325-5465-1
302 Seiten, Erscheinungsjahr: 2022
Preis: 23.00 €
Körpern
Wir kommen aus unserem Körper nicht raus und nicht von
ihm los. Der Phänomenologe Merleau-Ponty stellt fest: "Ich
beobachte äußere Gegenstände mit meinem Leib, hantiere mit
ihnen, betrachte sie, gehe um sie herum, doch meinen Leib
selbst beobachte ich nie: um dazu imstande zu sein, brauchte
ich einen zweiten Leib, der wieder seinerseits nicht beobachtbar
wäre." Je näher wir den Augen kommen, also dem Kopf, wird es ganz vertrackt - trotz Spiegel, Foto, Video. Oder wenn die linke Hand die rechte ertastet, dann bleibt die tastende Hand der blinde Fleck. Merleau-Ponty nennt dieses Phänomen die "Ständigkeit des eigenen Leibes". Und deshalb ist der Körper nicht "Gegenstand der Welt", sondern "Mittel unserer Kommunikation mit der Welt". Mehr noch: der Körper ist der "latente Horizont all unserer Erfahrung".
So schwer es also ist, den eigenen Körper wahrzunehmen und zu beschreiben, wir haben es hier versucht. Und zwar - wie stets in den "texturen", indem wir performative Verben benutzen oder kreieren. Im achten Band der "texturen" fragen die Herausgeber*innen und Autor*innen: wie "körpern" sie selbst oder andere? Wie werden Menschen körperlich im Raum? Wie körpert der Diskusweltmeister Robert Harting? Wie die transsexuelle Grande Dame Angelique Nagel? Wie körpern Schriftsteller*innen am Schreibtisch? Welche Rolle spielen Haut, Fingerbeere, Bauchnabel oder Ellenbogen? Antworten und Beobachtungen von Expert*innen und Noviz*innen. In Essays, in Miniaturen des Bodywritings, per Foto.
Texturen des Körperns, vorsichtig herantastend.








